07.08.2017

Clare Furniss - Das Jahr, nachdem die Welt stehen blieb

Für Pearl (16) bricht eine Welt zusammen, als sie aus der Kinovorstellung kommt und ihre schwangere Mutter unerwartet ins Krankenhaus kommt und an einer Präeklampsie verstirbt. Sie und ihr Ziehvater sind voller Trauer. Und da ist noch dieses neue Kind, was unbedingt noch sein sollte und ihrer Mutter das Leben genommen hat... Rose ist viel zu früh geboren sieht aus wie eine Ratte. Pearl kann für sie keine Liebe aufbringen und verachtet ihren Vater, dass er sich um sie kümmert. Er erwartet tatsächlich von ihr, dass sie sich um Rose kümmert, damit er wieder arbeiten kann ....

 Trauer und Schwermut sind sehr gut von der Autorin dargestellt, genauso den Drang, nur die eigene Meinung gelten zu lassen und das eigene Leid zu betrauern. Die Fantasiespiele, in denen Pearl mit ihrer Mutter spricht, sind sehr schöne Vorstellungen für jeden, der einmal einen lieben Menschen verloren hat.
Und am Ende des Buches ist sicherlich jeder Leser/ jede Leserin glücklich, dass Pearl nicht zusammen mit ihrer Mutter gestorben ist, so wie es wohl viele Menschen machen, die einen geliebten Menschen verlieren. Dennoch hab ich mich das ganze Buch über gefragt, wo denn der Schulpsychologe oder eine andere Institution bleibt, weil dieser Zustand von Pearl einfach so ausgelebt wird.
Die Figuren sind ein wenig blass, nur ein paar bekommen erst auf den letzten 20 Seiten eine Form.
Die Kapitel sind in Monate eingeteilt, das Buch beginnt und endet im Februar, als Pearls Mutter stirbt und Roses Geburtstag ist  - und ein Jahr später, wie der Titel verrät.

Und jetzt brauch ich erst mal eine Pause von jungen Frauen, die sich in Selbstmitleid suhlen, dass es weh tut - und womit sie allen anderen in ihrer Umgebung weh tun. ;)

Gebundene Ausgabe:
Hanser, 2014
272 Seiten
ab 14 Jahren

Taschenbuch:
dtv, 2016
320 Seiten
ab 12 Jahren

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